Arbeitsspeicher prüfen

Arbeitsspeicher
auf Fehler prüfen.

Nutze zuerst die Windows-Speicherdiagnose oder prüfe den RAM ausführlicher mit MemTest86 vom USB-Stick. Beide Tests helfen, mögliche Speicherfehler einzugrenzen.

✓ Fachlich geprüftBHAZARD IT RedaktionAktualisiert am 13. August 2026 · Microsoft- und PassMark-Quellen sind in der Anleitung genannt.
Test auswählen

Welcher Speichertest passt?

Beginne mit dem Windows-Bordmittel. Bei sporadischen Fehlern oder weiterhin ungeklärten Abstürzen folgt MemTest86.

Auch beschädigte Treiber, Datenträger, Temperaturen oder die Stromversorgung können ähnliche Symptome verursachen. Ein RAM-Test ist deshalb ein Diagnoseschritt und keine fertige Diagnose.

Wann ist ein RAM-Test sinnvoll?

  • Programme stürzen ohne erkennbares Muster ab.
  • Windows zeigt unterschiedliche Stop-Codes.
  • Der PC startet unerwartet neu oder wird unter Last instabil.
  • Fehler treten seit einer RAM-Aufrüstung oder seit aktiviertem XMP/EXPO auf.
  • Dateien lassen sich wiederholt nicht entpacken oder Programme nicht fehlerfrei installieren.

RAM mit der Windows-Speicherdiagnose testen

Die Windows-Speicherdiagnose ist in Windows 11 enthalten. Speichere offene Dateien und schliesse Programme, bevor du sie startest: Der Computer wird für den Test neu gestartet.

  1. Über die Windows-Suche öffnen

    Öffne das Startmenü, suche nach Windows-Speicherdiagnose und starte das gefundene Programm.

  2. Alternativ über Ausführen starten

    Drücke Win + R, gib mdsched.exe ein und bestätige mit Enter.

  3. Neustart bestätigen

    Wähle „Jetzt neu starten und nach Problemen suchen“. Windows beendet die Desktop-Sitzung und startet die Speicherprüfung.

  4. Standardtest durchlaufen lassen

    Für den ersten Check reicht der voreingestellte Standardtest. Mit F1 kannst du zum erweiterten Test wechseln; mit F10 übernimmst du die Auswahl. Der erweiterte Test benötigt mehr Zeit.

  5. Neustart abwarten

    Der Fortschritt erscheint während der Prüfung. Nach Abschluss startet Windows automatisch neu.

Ergebnis in der Ereignisanzeige finden

Windows zeigt das Ergebnis nach der Anmeldung gewöhnlich als Benachrichtigung. Fehlt sie, öffne per Rechtsklick auf Start die Ereignisanzeige und gehe zu Anwendungs- und Dienstprotokolle → Microsoft → Windows → MemoryDiagnostics-Results → Debug. Öffne dort den Eintrag des Testzeitpunkts.

„Kein Fehler gefunden“ ist keine Garantie

In diesem Testlauf wurde kein Speicherfehler erkannt. Sporadische Fehler können trotzdem unentdeckt bleiben. Treten die Abstürze weiter auf, ist MemTest86 als nächste Prüfung sinnvoll.

Meldet Windows einen Fehler, ist der Speicherpfad auffällig. Ob ein RAM-Modul, ein Steckplatz, der Speichercontroller oder die Konfiguration beteiligt ist, muss danach eingegrenzt werden.

RAM mit MemTest86 gründlicher testen

MemTest86 startet von einem USB-Stick und prüft den Speicher unabhängig von Windows mit verschiedenen Testmustern. Aktuelle Versionen setzen UEFI voraus. Lade das Programm nur von der offiziellen PassMark-Webseite.

Der ausgewählte USB-Stick wird überschrieben

Sichere vorhandene Dateien und kontrolliere Laufwerksname sowie Grösse. Das mitgelieferte USB-Werkzeug löscht den ausgewählten Stick beim Schreiben des Testabbilds.

  1. MemTest86 herunterladen

    Lade die kostenlose USB-Version von der offiziellen Downloadseite und entpacke die ZIP-Datei auf dem Windows-PC.

  2. USB-Stick erstellen

    Schliesse den Stick an, starte das enthaltene ImageUSB und wähle den richtigen Datenträger. Schreibe danach das mitgelieferte Abbild auf den USB-Stick.

  3. Vom Stick starten

    Starte den PC neu und öffne das Bootmenü des Herstellers. F12, F11, Esc oder F8 sind nur häufige Beispiele; die richtige Taste steht im Geräte- oder Mainboard-Handbuch.

  4. Standardtest ausführen

    Lass die Standardkonfiguration vollständig durchlaufen. Sie verwendet vier Passes; der erste Durchlauf ist verkürzt, spätere Durchläufe prüfen intensiver.

  5. Ergebnis sichern

    Notiere Fehlerzahl, Testnummer und – falls angezeigt – Kanal oder Steckplatz. Je nach RAM-Menge, CPU und Speicherplattform kann ein vollständiger Lauf längere Zeit dauern.

Secure Boot, CSM oder andere UEFI-Einstellungen nicht vorsorglich verändern. Die aktuelle MemTest86-Ausgabe ist für UEFI-Systeme vorgesehen und von Microsoft für Secure Boot signiert.

Fehler richtig eingrenzen

Ein reproduzierbarer Fehler muss geklärt werden, beweist aber nicht automatisch einen defekten RAM-Riegel. Beim Test sind auch CPU-Caches, Speichercontroller, Mainboard und Speicherpfad beteiligt.

  1. Ist XMP oder EXPO aktiv, einmal mit den Standard-/JEDEC-Einstellungen testen. Keine Spannungen manuell erhöhen.
  2. Bei mehreren Modulen das Mainboard-Handbuch prüfen und Module in einer zulässigen Bestückung einzeln testen.
  3. Erzeugt nur ein Modul reproduzierbar Fehler, ist dieses Modul stark verdächtig.
  4. Treten Fehler mit verschiedenen Modulen nur in einem Steckplatz auf, kommen Steckplatz, Mainboard oder Speichercontroller infrage.
Vor Arbeiten am RAM

PC vollständig herunterfahren, Strom trennen und statische Aufladung an einem geerdeten Metallteil ableiten. Bei verlötetem oder schwer zugänglichem RAM das Gerät nicht ohne passende Erfahrung zerlegen.

Ergebnisse einordnen

Beide Tests ohne Fehler
Ein RAM-Fehler ist weniger wahrscheinlich, aber nicht vollständig ausgeschlossen. Andere Ursachen weiter prüfen.
Beide Tests melden Fehler
Der Speicherpfad ist deutlich auffällig. Module, Steckplätze und Standardkonfiguration getrennt prüfen.
Fehler nur mit XMP/EXPO
Ein Stabilitäts- oder Konfigurationsproblem ist möglich. RAM-Kit, BIOS, Mainboard oder Speichercontroller können beteiligt sein.
Ein Modul erzeugt reproduzierbar Fehler
Dieses Modul ist stark verdächtig. Ergebnis in einem zulässigen Steckplatz gegenprüfen.
Mehrere Module zeigen nur in einem Slot Fehler
Steckplatz, Mainboard oder Speicherpfad sind verdächtig.

Geprüfte Primärquellen

Hinweis: Ein bestandener Speichertest schliesst sporadische Fehler nicht vollständig aus. Verändere BIOS-Spannungen nicht auf Verdacht.