Auch beschädigte Treiber, Datenträger, Temperaturen oder die Stromversorgung können ähnliche Symptome verursachen. Ein RAM-Test ist deshalb ein Diagnoseschritt und keine fertige Diagnose.
Wann ist ein RAM-Test sinnvoll?
- Programme stürzen ohne erkennbares Muster ab.
- Windows zeigt unterschiedliche Stop-Codes.
- Der PC startet unerwartet neu oder wird unter Last instabil.
- Fehler treten seit einer RAM-Aufrüstung oder seit aktiviertem XMP/EXPO auf.
- Dateien lassen sich wiederholt nicht entpacken oder Programme nicht fehlerfrei installieren.
RAM mit der Windows-Speicherdiagnose testen
Die Windows-Speicherdiagnose ist in Windows 11 enthalten. Speichere offene Dateien und schliesse Programme, bevor du sie startest: Der Computer wird für den Test neu gestartet.
- Über die Windows-Suche öffnen
Öffne das Startmenü, suche nach Windows-Speicherdiagnose und starte das gefundene Programm.
- Alternativ über Ausführen starten
Drücke Win + R, gib
mdsched.exeein und bestätige mit Enter. - Neustart bestätigen
Wähle „Jetzt neu starten und nach Problemen suchen“. Windows beendet die Desktop-Sitzung und startet die Speicherprüfung.
- Standardtest durchlaufen lassen
Für den ersten Check reicht der voreingestellte Standardtest. Mit F1 kannst du zum erweiterten Test wechseln; mit F10 übernimmst du die Auswahl. Der erweiterte Test benötigt mehr Zeit.
- Neustart abwarten
Der Fortschritt erscheint während der Prüfung. Nach Abschluss startet Windows automatisch neu.
Ergebnis in der Ereignisanzeige finden
Windows zeigt das Ergebnis nach der Anmeldung gewöhnlich als Benachrichtigung. Fehlt sie, öffne per Rechtsklick auf Start die Ereignisanzeige und gehe zu Anwendungs- und Dienstprotokolle → Microsoft → Windows → MemoryDiagnostics-Results → Debug. Öffne dort den Eintrag des Testzeitpunkts.
In diesem Testlauf wurde kein Speicherfehler erkannt. Sporadische Fehler können trotzdem unentdeckt bleiben. Treten die Abstürze weiter auf, ist MemTest86 als nächste Prüfung sinnvoll.
Meldet Windows einen Fehler, ist der Speicherpfad auffällig. Ob ein RAM-Modul, ein Steckplatz, der Speichercontroller oder die Konfiguration beteiligt ist, muss danach eingegrenzt werden.
RAM mit MemTest86 gründlicher testen
MemTest86 startet von einem USB-Stick und prüft den Speicher unabhängig von Windows mit verschiedenen Testmustern. Aktuelle Versionen setzen UEFI voraus. Lade das Programm nur von der offiziellen PassMark-Webseite.
Sichere vorhandene Dateien und kontrolliere Laufwerksname sowie Grösse. Das mitgelieferte USB-Werkzeug löscht den ausgewählten Stick beim Schreiben des Testabbilds.
- MemTest86 herunterladen
Lade die kostenlose USB-Version von der offiziellen Downloadseite und entpacke die ZIP-Datei auf dem Windows-PC.
- USB-Stick erstellen
Schliesse den Stick an, starte das enthaltene ImageUSB und wähle den richtigen Datenträger. Schreibe danach das mitgelieferte Abbild auf den USB-Stick.
- Vom Stick starten
Starte den PC neu und öffne das Bootmenü des Herstellers. F12, F11, Esc oder F8 sind nur häufige Beispiele; die richtige Taste steht im Geräte- oder Mainboard-Handbuch.
- Standardtest ausführen
Lass die Standardkonfiguration vollständig durchlaufen. Sie verwendet vier Passes; der erste Durchlauf ist verkürzt, spätere Durchläufe prüfen intensiver.
- Ergebnis sichern
Notiere Fehlerzahl, Testnummer und – falls angezeigt – Kanal oder Steckplatz. Je nach RAM-Menge, CPU und Speicherplattform kann ein vollständiger Lauf längere Zeit dauern.
Secure Boot, CSM oder andere UEFI-Einstellungen nicht vorsorglich verändern. Die aktuelle MemTest86-Ausgabe ist für UEFI-Systeme vorgesehen und von Microsoft für Secure Boot signiert.
Fehler richtig eingrenzen
Ein reproduzierbarer Fehler muss geklärt werden, beweist aber nicht automatisch einen defekten RAM-Riegel. Beim Test sind auch CPU-Caches, Speichercontroller, Mainboard und Speicherpfad beteiligt.
- Ist XMP oder EXPO aktiv, einmal mit den Standard-/JEDEC-Einstellungen testen. Keine Spannungen manuell erhöhen.
- Bei mehreren Modulen das Mainboard-Handbuch prüfen und Module in einer zulässigen Bestückung einzeln testen.
- Erzeugt nur ein Modul reproduzierbar Fehler, ist dieses Modul stark verdächtig.
- Treten Fehler mit verschiedenen Modulen nur in einem Steckplatz auf, kommen Steckplatz, Mainboard oder Speichercontroller infrage.
PC vollständig herunterfahren, Strom trennen und statische Aufladung an einem geerdeten Metallteil ableiten. Bei verlötetem oder schwer zugänglichem RAM das Gerät nicht ohne passende Erfahrung zerlegen.
Ergebnisse einordnen
- Beide Tests ohne Fehler
- Ein RAM-Fehler ist weniger wahrscheinlich, aber nicht vollständig ausgeschlossen. Andere Ursachen weiter prüfen.
- Beide Tests melden Fehler
- Der Speicherpfad ist deutlich auffällig. Module, Steckplätze und Standardkonfiguration getrennt prüfen.
- Fehler nur mit XMP/EXPO
- Ein Stabilitäts- oder Konfigurationsproblem ist möglich. RAM-Kit, BIOS, Mainboard oder Speichercontroller können beteiligt sein.
- Ein Modul erzeugt reproduzierbar Fehler
- Dieses Modul ist stark verdächtig. Ergebnis in einem zulässigen Steckplatz gegenprüfen.
- Mehrere Module zeigen nur in einem Slot Fehler
- Steckplatz, Mainboard oder Speicherpfad sind verdächtig.